Was unterscheidet Fette und Öle?

Grundsätzlich unterscheiden sich Fette von Ölen durch ihren Schmelzpunkt. Insbesondere ist der Schmelzpunkt entscheidend für die Konsistenz eines Materials bei Raumtemperatur.

  • Fette sind bei normalen Raumtemperaturen fest oder zumindest halbfest. Bekannte Beispiele sind Kokosfett, Margarine, Butter, oder auch Schmalz. In der Fachliteratur spricht man von „festen Triacylglycerinen“.
  • Öle dagegen sind bei normaler Raumtemperatur flüssig. Bekannte Beispiele sind Olivenöl, Rapsöl, Distelöl oder auch Sonneblumenöl. In der Fachliteratur wird der Begriff „flüssige Triacylglycerine“ verwendet.

Welcher Konsistenz bei Raumtemperatur vorliegt, hängt in der Regel vom Anteil der ungesättigten und gesättigten Fettsäuren ab. Stoffe die zu einem Großteil aus ungesättigten Fettsäuren bestehen, liegen bei Raumtemperature in flüssiger Form vor. Überwiegt der Anteil gesättigter Fettsäuren, ist der Stoff bei Raumtemperatur fest oder zumindest halb-fest.

Der Grund hierfür ist, dass gesättigte Fettsäuren eine gerade Struktur aufweisen, wohingegen ungesättigte Fettsäuren gekrümmt sind. Als Resultat ihrer charakteristischen Geometrie können gesättigte Fettsäuren deutlich festere Bindungen mit anderen Fettsäuren eingehen als ungesättigte Fettsäuren.

Keine Rolle dagegen spielt die Herkunft, also ob tierisch oder pflanzlich.

In der Pharmazie wird zudem zwischen fetten Ölen und ätherischen Ölen unterschieden. Das charakteristische Merkmal ätherischer Öle ist ihre „Flüchtigkeit“. Darunter versteht man, dass diese leicht bei normalen Temperaturen verdampft werden können und beispielsweise keine Fettflecken auf einem Stück Papier hinterlassen.

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