Walnussöl

Walnussöl

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Walnussöl hat eine dunkelgelbe bis hellbraune Farbe und kann bisweilen auch eine grünliche Färbung aufweisen. Der Geruch ist weder stechend noch unangenehm und besitzt eine sehr leichte und wohltuende Walnussnote. Auch der Geschmack wird in der Regel als angenehm und nussartig beschrieben.

Ein großes Anwendungsgebiet des Walnussöles ist die Medizin und Heilkunde. Durch den hohen Gehalt an Linolensäure und der damit einhergehenden cholesterinsenkenden Wirkung wird das Öl für dietische Zwecke verwendet.

Außerdem wird dem Öl eine entzündungshemmende, blutreinigende und immunstärkende Wirkung nachgesagt und wird deshalb gegen diverse Infektionen und Erkrankungen eingesetzt. Besonders in der Volksheilkunde wird Walnussöl auch gern in die Haut eingerieben, um Warzen, Insektenstiche Herpes oder andere Hautprobleme zu verringern.

In bestimmten Fällen kann es auch die Heilwirkung eines anderen Medikaments unterstützend und so den Prozess der Gesundung vorantreiben. 

Aber auch in der Kosmetik ist das Walnussöl ein gern verwendetes Produkt und Bestandteil vieler Salben, Shampoos und anderen Pflegeartikeln. Dabei wirkt es vor allem fettend und hat den Vorteil, besonders schnell in die Haut einzuziehen. 

In der Ernährungsindustrie wird das Walnussöl als Salatdressing und zur Verfeinerung von Speisen eingesetzt, wobei immer darauf geachtet werden sollte, es nicht zu erhitzen, damit die gesunden ungesättigten Fettsäuren nicht zerstört werden. 

Weiterhin nutzt man Walnussöl auch für die Herstellung von Seifen, als Bestandteil verschiedener Dispersionsmittel und zum Imprägnieren. 

Im folgenden vergleichen wir die oft mit Walnussöl in Verbindung gebrachten Gesundheitsvorteilen, mit der aktuellen Datenlagen in der medizinischen Fachliteratur.

Ist Walnussöl gesund?

Wirkung bei der Verwendung in Speisen und Lebensmitteln. (Innere Anwendungen)

Wirkung bei der Verwendung in Cremes und sonstigen dermatologischen Produkten. (Äußere Anwendungen)

Mögliche unerwünschte Wirkungen von Walnussöl

Bei der Einnahme von Walnussöl kann es unter Umständen dazu kommen, dass es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt. Besonders Menschen mit bekannter Nussallergie sollten auch das Öl der Walnuss mit Vorsicht genießen oder den Verzehr mindestens mit einem Arzt besprechen.

Allerdings löst Walnussöl selten allergische Reaktionen aus. Auch Unverträglichkeiten werden kaum beobachtet.

Hintergrundwissen

Walnussöl wird aus den Früchten des Walnussbaumes (lat. Juglandacea) gewonnen. Er wächst bis zu einer Größe von 10 bis 25 Metern heran und besitzt eine glatte, graubraune Borkenrinde. 1

Der Walnussbaum liebt warmes und sonniges Klima, sowie tiefen und nährstoffreichen Boden. Die ursprüngliche Heimat des Baumes ist Persien, von wo er durch die Römer in weite Teile Asiens und Europa verbreitet wurde. Heute säumt er Alleen und und ist in vielen Wäldern und Parks zu finden. Außerdem wird er zur weiteren Verwendung großflächig in Plantagen angepflanzt und großgezogen.

Erst nach ungefähr 6 Jahren ist eine erste Ernte möglich und es dauert circa 15 Jahre, bis der Walnussbaum wirklich ertragreiche Früchte trägt. Im besten Fall kann die Pflanze bis zu 4000 Früchte im Jahr tragen. Für die Nutzung angebaut wird der Baum wegen den bevorzugten warmen Temperaturen hauptsächlich im Mittelmeergebiet, sowie in Mittel- und Südasien und Mittelamerika. In Europa liefern die Länder Italien, Griechenland, Frankreich und Türkei den größten Anteil der benötigten Walnüsse. 2

Um das gesunde Walnussöl aus den Früchten des Walnussbaumes zu gewinnen, wird es entweder kaltgepresst oder extrahiert. Zuvor müssen die Nüsse jedoch nach der Ernte zunächst etwa 2 – 3 Monate gelagert werden. Danach benötigt man für die Gewinnung die Kotyledonen des Embryos, also die Walnusskerne. Die Walnussschale wird nicht verwendet. Bei der Kaltpressung wird das Öl aus den nicht wärmebehandelten Nüssen unter Druck herausgepresst und anschließend mehrfach gefiltert.

Werden die Nüsse kaltgepresst, erhält man knapp 500 Liter Öl aus einer Tonne Walnüsse.3

Bei einer sogenannten Extraktion werden chemische und organische Stoffe verwendet, um das Öl zu gewinnen. Durch die verschiedenen Arten der Ölgewinnung kann es auch zu leichten Unterschieden in der Qualität des Öls kommen, so befinden sich etwa nach einer Extraktion mehr Bitterstoffe im Walnussöl. Daher wird das Öl in diesem Fall raffiniert, also stark erhitzt, um es genießbarer zu machen.

Es gibt außerdem die Möglichkeit, Walnussöl heiß zu pressen, wobei mehr Öl gewonnen werden kann aber die Qualität, zumindest von einem gesundheitlichen Standpunkt her, abnimmt. 

Zusammensetzung von Walnussöl

Walnussöl besteht hauptsächlich aus ungesättigten Fettsäuren wobei die zweifach-ungesättigte Linolsäure den größten Anteil darstellt. Gesättigte Fettsäuren machen nur 12.5% des Gesamtanteils aus.

Referenzen:
  1. Hager: Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg (1978) []
  2. Kircher, N.: Heilen, pflegen, kochen mit Speiseölen. Oeschverlag, Zürich (2002), Fischer, G., Krug, E.: Heilkräuter und Arzneipflanzen, 7. Aufl. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg (1984),Hager: Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg (1978) []
  3. Roth, L., Kormann, K.: Ölpflanzen – Pflanzenöle. Ecomed-Verlag, Landsberg am Lech (2000) []

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