Ist Sojaöl gesund?

Ist Sojaöl gesund?

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Sojaöl ist neben Palmöl eines der am häufigsten verwendeten pflanzlichen Öle in der Nahrungsmittelindustrie. Die Annahme, dass Soja und Sojaöl sehr gut für die Gesundheit ist, ist ebenfalls weit verbreitet. Hinter dieser weit verbreiteten Behaupten stecken allerdings auch wirtschaftliche Interessen, da Sojaöl eines der billigsten Öle ist und deshalb vielseitig im Bereich der Nahrungsmittelherstellung eingesetzt wird.

Viele Studien geben uns einen anderen und fundierten Einblick auf die Auswirkungen von Sojaöl auf unsere Gesundheit. Wie schädlich Sojaöl für den Körper wirklich ist, wird im Folgenden genauer beleuchtet.

Was genau ist Sojaöl?

Sojaöl zählt mit Mais-, Raps- und Palmöl zu den am häufigsten verwendeten Pflanzenölen.1

Ein Hauptproblem ist, dass Sojaöl üblicherweise mittels Extraktion aus der Sojabohne gewonnen. Als Resultat dieses hoch aufwändigen Herstellungsprozesses, ist das sich gesundheitsschädliche Transfette im Öl bilden können.

Außerdem enthält das so gewonnene Sojaöl instabile mehrfach ungesättigte Fettsäuren (hauptsächlich Linol- und Linolensäure). 100 g des Öls beinhalten in etwa:

  • 58 g mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • 23 g einfach ungesättigte Fettsäuren
  • 16 g gesättigte Fettsäuren

Was sind Transfette?

Die meisten Transfette kommen nicht auf natürliche Weise vor, sondern werden bei industriellen Prozessen, wie etwa der ‚Fetthärtung‘ erzeugt. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden in diesen Prozessen, aber auch bei der Verwendung zum Kochen, in einfach gesättigte Fettsäuren und Transfette umgewandelt. 2

Da Sojaöl viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, entstehen bei dessen Umwandlung viele einfach gesättigte Fettsäuren und eine signifikante Menge an Transfettsäuren. In diversen Studien, wie unten angeführt, wurden die negativen Auswirkungen von Transfetten auf den menschlichen Körper bestätigt.

Welche negativen Auswirkungen hat Sojaöl auf unsere Gesundheit?

Zahlreiche Studien belegen, dass durch den Konsum von Sojaöl, bzw. der in der Regel im Sojaöl enthaltenen Transfette, eine Vielzahl von Krankheiten forciert oder ausgelöst werden. Unter anderem:

Krebs

Langfristiger Konsum von Transfetten kann das Risiko an Krebs zu erkranken, erhöhen. Transfette erzeugen im Körper chronische Entzündungen und oxidativen Stress. 3

Diabetes

Ein chronisch hoher Blutzuckerspiegel, gefolgt von Insulinresistenz oder gestörter Insulinsekretion, kann zum Typ-2 Diabetes führen. In etwa, 90% der Diabetes Typ 2 Patienten sind übergewichtig oder adipös, weshalb Übergewicht einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung eines Typ 2 Diabetes leistet.

Gewichtszunahme kann oft auf eine Insulindysfunktion zurückzuführen sein. Das Risiko für chronische Krankheiten erhöht sich, wenn Insulin nicht mehr angemessen produziert wird und der Blutzuckerspiegel nicht mehr reguliert werden kann. 4

In einer Studie mit Nagetieren wurden Mäusen entweder nur Kokosöl oder Kokosöl und Sojaöl verabreicht. Die Mäuse die mit zusätzlich Sojaöl gefüttert wurden, waren fettleibiger, hatten einen höheren Blutzuckerspiegel und mehr Insulinresistenz, als die Mäuse, die nur Kokosöl zu sich nahmen. Alle diese Faktoren bergen ein gesteigertes Risiko an Diabetes zu erkranken 5.

Eine weitere Studie besagt, dass Transfette die Insulinresistenz verstärken und zu einem höheren Risiko für die Entwicklung von Diabetes führen. 6

Sojaöl wird auch in den Zusammenhang mit Lebererkrankungen gebracht.

Lebererkrankungen

Unsere Leber hat viele Aufgaben, darunter Blutentgiftung, Cholesterol-Level regulieren, Gallenflüssigkeit produzieren und viele, viele mehr. 7

Eine der am weitesten verbreiteten Leberdysfunktionen, in den USA, ist die nicht auf Alkohol zurückzuführende Fettleber, die in etwa ein Drittel der Amerikaner betrifft. 8

Eine Fettleber kann einige Symptome und Komplikationen mit sich bringen, wie zum Beispiel: Müdigkeit, Gelbsucht, Schwellungen und Schmerzen im Bauchraum.

Adipositas ist die Hauptursache für Fettleber. Fettleber und Übergewicht wären zum Großteil vorbeugbar, wenn man die Aufnahme von kohlenhydratreichen, verarbeiteten Lebensmittel sowie Omega-6 Fette einschränkt.

Durch seinen hohen Anteil an Omega-6 Fetten, scheint es, dass Sojaöl dazu beiträgt die Entwicklung einer Fettleber zu begünstigen.

Wie in der oben beschriebenen Nagetierstudie zeigen die Resultate, dass die Mäuse die zusätzlich mit Sojaöl gefüttert wurden, viel anfälliger für Stoffwechselerkrankungen, wie Fettleber, waren. 5

Herzerkrankungen

Adipositas erhöht das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen.9Im weiteren Sinne kann man also auch Sojaöl dafür (Adipositas) verantwortlich machen. Sojaöl kann also nicht nur übergewichtig machen, sondern auch die Herzgesundheit beeinträchtigen.

Studien haben ergeben, dass Transfette das LDL Cholesterol (das ‚schlechte‘ Cholesterol) im Körper anhebt 10, was zu einer Verstopfung der Arterien führen kann. 11 Sojaöl verringert den HDL Cholsterol (das ‚gute‘ Cholesterol) Transport im Körper. 12

Durch das Erhitzen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Sojaöl) entstehen oxidierende Lipide, die Arterienverkalkungen (verhärtete Arterien) und im weiteren Sinne Herzerkrankungen begünstigen können. 13

Desweiteren kann eine erhöhte Einnahme von Omega-6 Fetten die Entzündungsmarker im Körper steigern, was einen klaren Hinweis auf Herz- und Kreislauferkrankungen, darstellt. 14

Teilhydriertes (fettgehärtetes) Sojaöl, wie man es zum Beispiel in Margarinen findet, wirkt sich noch schlechter auf den Stoffwechsel und das Herz aus, da es in der Natur nicht vorkommt. 15

Es scheint, als ob Sojaöl nicht unbedingt für die Herzgesundheit positiv beiträgt, wie es die Ernährungs- und Arzneimittelbehörde (FDA) anpreist. Es ist also, wie eigentlich immer, gut, etwas von seiner Zeit in Recherchen zu investieren.

Immuntoxizität

Sojaöl wirkt sich außerdem erschreckend negativ auf das Immunsystem aus. Es ist möglicherweise sehr giftig für wichtige Abwehrzellen im Körper. 16

In einer Studie erhielten die Teilnehmern, für zwei Wochen, entweder Olivenöl oder Sojaöl. Davor wurde der Gehalt an Lymphozyten und Neutrophilen gemessen. Sojaöl war für beide Typen von Immunzellen, welche man zur Abwehr von Infektionen, sowie um sich fit zu fühlen braucht, verheerend. Im Gegensatz zu Olivenöl. Sojaöl-Emulsionen fördern das Absterben von Lymphozyten und Neutrophilen.

Wie schon mehrmals erwähnt führt die Einnahme von Sojaöl zu Fettleibigkeit 17 und chronischen Entzündungen. 18

Reproduktive Gesundheit

Experimente weisen darauf hin, dass Transfette im Sperma die Spermatogenese negativ beeinflussen kann. 19

Stört die Omega-3-Synthese

Eine weitere Studie zeigt, dass Transfettsäuren die Verarbeitung essentieller Omega-3 Fettsäuren beeinträchtigen kann. Ein Effekt ist im Verhalten bemerkbar, da sich die Aggression oder Reizbarkeit erhöhen kann. 20

In einer Studie aus dem Jahr 2019, wurden fettreiche Diäten (mit Sojaöl) als unerwünscht erachtet, weil sie das Darmmikrobiom verändern und die Produktion von entzündungsfördernden Markern steigern. 21

Allergien

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit eine Sojaallergie zu entwickeln. Sie kann bei Säuglingen auftreten, die zusätzlich mit Produkten, die Soja beeinhalten, gefüttert werden. Oftmals kann so eine Allergie über die Jahre verschwinden, doch manchmal bleibt sie bestehen. 22

Symptome einer solchen Allergie können sein:

  • Nesselsucht
  • Schwellungen der Lippen, der Zunge, des Halses oder anderer Körperteile
  • Keuchen
  • Bauchschmerzen
  • Hautrötungen

Einsatz von Glyphosat beim Sojaanbau

Ein weiterer Faktor der nicht zu unterschätzen ist, ist der Einsatz von Glyphosat (Hauptbestandteil des Pflanzenvernichtungsmittels Round-Up der Firma Monsanto) beim Sojaanbau. In Amerika werden ungefähr 90 % GVO-Saatgut (Genetisch-Veränderte-Organismen) für den Anbau verwendet.

2010 wurden Resultate veröffentlicht die, zeigten, dass die Chemikalie, ein Enzym hemmt das für das Wachstum von Pflanzen notwendig ist. Geburtsschäden bei Fröschen und Hühnerembryonen wurden bestätigt. In der Landwirtschaft und im Garten sind aber weit aus höhere Grenzwerte zugelassen, als die die bereits Schäden an Organismen hervorrufen. 23

Es ist davon auszugehen, dass Glyphosat auch schädlich für den menschlichen Organismus sein kann.

Zusammenfassung und Fazit

Aufgrund einer Vielzahl an Gründen ist davon abzuraten Sojaöl zu konsumieren. Stattdessen sollte auf unverarbeitete, natürlichere Fette, wie beispielsweise natives Olivenöl, zurückgegriffen werden.

Beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln sollte zudem immer einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Oft verstecken sich hinter Ausdrücken wie Soja-, Raps-, Distel- und Sonnenblumenöl eine Vielzahl ungewollter und gesundheitsschädlicher Transfette.

Referenzen:
  1. http://time.com/5342337/best-worst-cooking-oils-for-your-health/[]
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Trans-Fetts%C3%A4uren#Vorkommen_und_Entstehung[]
  3. https://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/jgo.18.45900[]
  4. https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/01.CIR.98.5.398[]
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26200659[][]
  6. https://academic.oup.com/ajcn/article/73/6/1001/4739560[]
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK279393/[]
  8. https://www.niddk.nih.gov/health-information/liver-disease/nafld-nash/definition-facts[]
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4888905/[]
  10. https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/the-truth-about-fats-bad-and-good[]
  11. https://medlineplus.gov/ldlthebadcholesterol.html[]
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9430084[]
  13. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16270280[]
  14. https://www.mdpi.com/2072-6643/8/3/128[]
  15. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23599549[]
  16. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16517956[]
  17. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3551118/[]
  18. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16713393[]
  19. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3062652/[]
  20. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3293881/[]
  21. https://gut.bmj.com/content/early/2019/01/18/gutjnl-2018-317609[]
  22. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/soy-allergy/symptoms-causes/syc-20377802[]
  23. https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/tx1001749[]