Warum sie raffinierte Pflanzenöle meiden sollten

Viele pflanzliche Öle wie Rapsöl, Distelöl, Sojaöl oder auch Sonnenblumenöl enthalten einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Im Gegensatz zu gesättigten und einfach ungesättigten Fettsäuren, sind diese deutlich instabiler und brechen leicht wenn sie chemischen Stress ausgesetzt werden.

Werden Pflanzenöle beispielsweise Hitze, direkter Sonneneinstrahlung und Luft ausgesetzt, verhärten sie. Chemisch geschieht dies, da die mehrfach ungesättigten Fettsäuren durch die Wechselwirkung mit Sauerstoff polymerisieren.

Aus diesem Grund werden Pflanzenöle als Basis für Holzfarben, Firnis und Lacke verwendet. Hier ist die Verhärtung ein gewünschter Effekt der genutzt werden kann um beispielsweise Holz vor Wasserschäden zu schützen. Ein bekanntes Beispiel ist Leinölfirnis, wobei auch reines Leinöl genutzt werden kann um eine wasserabweisende Schutzschicht auf Holz zu erzeugen.

Allerdings sind Verhärtungprozesse dieser Art sicherlich nichts was sich innerhalb des menschlichen Körper abspielen sollte. Verhärtende Stoffe mögen gut sein um einen Fußboden zu konservieren, sollte aber tunlichst nicht in Gehirn, Arterien oder Mitochondrien gelangen.

Selbstverständlich sind Pflanzenöle nicht per se schlecht.

Der menschliche Körper benötigt mehrfach ungesättigte Fettsäuren um zu funktionieren und kann diese nicht selbst produzieren. Deshalb können Pflanzen wie Leinsamen, Sonnenblumenkerne oder auch Chiasamen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit liefern, da sie reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind und diese durch natürlicherweise enthaltene Antioxidantien geschützt sind.

Das Hauptproblem ist vielmehr wie Pflanzenöle üblicherweise hergestellt werden.

Die Natur produziert keine schlechten Fette, Fabriken schon.

Dr. Catherine Shanahan
Autorin des Bestsellers „Zellnahrung“.

Wie giftige Stoffe in Pflanzenöle gelangen

Herstellung

Obwohl es auch möglich ist Pflanzenöle durch Kaltpressung zu gewinnen, sind raffinierte Öle deutlich verbreiteter. Dies ist problematisch da zum einen durch den Raffinationsprozess die meisten Antioxidantien aus dem Öl entfernt werden. Andererseits werden die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, aus denen das Öl zu einem Großteil besteht, während der Raffination enormer Hitze, Druck, und verschiedensten Metallen und Chemikalien ausgesetzt.

Als Ergebnis dieser Stressbelastung, bilden sich eine Vielzahl chemischer Stoffe (Transfette, Aldehyde, 4-Hydroxynonenal, 4-Hydroxyhexanol, etc.), die mit einer Reihe gesundheitsgefährdender Wirkungen in Verbindung gebracht werden.1

Ein Hauptproblem ist, dass beispielsweise 4-Hydroxynonenal extrem reaktiv ist und deswegen mit verschiedensten Makromolekülen innerhalb einer Zelle wechselwirkt. Aus diesem Grund wird 4-Hydroxynonenal als giftig eingestuft und es wird vermutet, dass es in direkter Verbindung mit Herzerkrankungen und weiteren Erkrankungen wie Alzheimer steht.2

Fazit:

Während der Raffination entstehen durch den enormen chemischen Stress auf die ungesättigten Fettsäuren einer Vielzahl gesundheitsschädlicher Stoffe.

Eine zweite Möglichkeit wie gefährliche Stoffe Bestandteil von Pflanzenölen werden können, ist die Verwendung in der Küche zum Kochen und Braten.

Verwendung

Wie bereits oben erwähnt, bestehen viele Pflanzenöle hauptsächlich aus fragilen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Aus diesem Grund sind die meisten nativen Pflanzenöle nicht zum Kochen oder Braten geeignet. Neben den bereits oben erwähnten giftigen Stoffen, können sich während des Erhitzens nämlich auch gesundheitsschädliche Transfette bilden.

Abhilfe sollen hierbei die bereits oben erwähnten industriell hergestellten, raffinierten Pflanzenöle schaffen, die oftmals deutlich hitzestabiler sind. Wie bereits oben diskutiert, sind diese generell mit Vorsicht zu genießen, da sich durch bereits durch den Raffinationsprozesses giftige Stoffe bilden können.

Zusätzlich, werden während der Raffination nahezu alle Antioxidantien aus dem Öl entfernt und diese somit extrem anfällig für die Bildung gesundheitsschädlicher freier Radikale während des Erhitzens.

Fazit:

Die meisten kaltgepressten Pflanzenöle sind nicht hitzestabil. Raffinierte Pflanzenöle können hitzestabil sein, sind aber bereits durch den Herstellungsprozess mit giftigen Stoffen belastet.

Ein dritter Grund, warum viele pflanzliche Öle mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung gebracht werden, ist ihr extrem hoher Gehalt an Omega-6 Fettsäuren.

Omega-6

Zunächst einmal, wie auch Pflanzenöle, sind die in ihnen enthaltenen Omega-6 Fettsäuren weder giftig noch schädlich. Omega-6 Fettsäuren sind sogar essentiell für den menschlichen Körper und müssen über die Nahrung aufgenommen werden.3 Beispielsweise besteht das menschliche Gehirn zu einem signifikantem Anteil aus Omega-6 Fettsäuren.4

Andererseits sind Omega-6 Fettsäuren als mehrfach ungesättigte Fettsäuren besonders anfällig dafür, zu oxidieren. Im schlimmsten Fall entstehen durch Oxidationsprozesse freie Radikale, die dem menschlichen Körper enormen Schaden zufügen können. Dasselbe gilt allerdings auch für Omega-3 Fettsäuren, welche sogar stärker ungesättigt und deswegen auch anfälliger für Oxidationsprozesse sind. Beispielsweise können in Leinöl, aufgrund seines extrem hohen Anteils an Omega-3 Fettsäuren, sehr leicht toxische Abbauprodukte entstehen.

Wirklich problematisch ist also einerseits, wie bereits oben erwähnt, wie Pflanzenöle hergestellt und verwendet werden.

Andererseits gibt es etliche Hinweise darauf, dass ein erhöhter Konsum von Omega-6 Fettsäuren relativ zum Konsum von Omega-3 Fettsäuren, schädliche Folgen haben kann.5

Problematisch ist also, dass es durch den Konsum von Pflanzenölen sehr leicht zu einem Überkonsum von Omega-6 Fettsäuren kommen kann. Beispielsweise enthalten gerade einmal 0.2 Gramm Distelöl bereits die für den menschlichen Körper erforderliche Tagesdosis an Omega-6 Fettsäuren.6

Als optimales Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren gilt 1:1, da beispielsweise in unserem Gehirn Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren zu gleichen Teilen vorhanden sind.7 Als Resultat des hohen Konsum von Pflanzenölen ist aber, beispielsweise in the USA, das durchschnittlich konsumierte Verhältnis 1:20.8 Von manchen Forschern wird dieses stark verzerrte Verhältnis mit der Fettleibigkeits-Epidemie in den USA in Verbindung gebracht.8

Allerdings sind Pflanzenöle nicht alleine Schuld an dem verzerrten Omega-3 zu Omega-6 Verhältnis. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass heutzutage Farmtiere hauptsächlich mit Soja und Mais gefüttert werden und das Tierfutter häufig ebenfalls mit Pflanzenölen (bspw. Baumwollsamenöl) angereichert ist. Da die Tiere genauso wie der menschliche Körper diese Fette nicht verbrennen können, werden sie in der Form von Körperfett eingelagert. Aus diesem Grund enthält beispielsweise Bacon von Schweinen aus Massentierhaltung eine große Menge an Omega-6 Fettsäuren.

Welche Menge raffinierter Pflanzenöle sollte man konsumieren?

Das ist ein bisschen so, als würde man fragen, wie viele Zigaretten ein 4-Jähriger rauchen soll. Mehr als nichts ist zu viel. Da diese Öle mittlerweile sogar Gewürzmischungen zugesetzt werden, die dann vielen ansonsten gesunden Lebensmitteln zugesetzt werden, ist es fast unmöglich geworden, sie ganz zu vermeiden. Anders als Gewürzmischungen sollten Produkte mit Pflanzenöl nach Möglichkeit vermieden werden.

Dr. Catherine Shanahan
Autorin des Bestsellers „Zellnahrung“.

Referenzen:
  1. https://link.springer.com/article/10.1007/s002179900080 []
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25643868 []
  3. Modern Nutrition in Health and Disease edited by Maurice Edward Shils, Moshe Shike[]
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20329590[]
  5. https://www.nature.com/articles/s41598-017-12624-9 https://www.mdpi.com/2072-6643/8/3/128 https://www.bmj.com/content/346/bmj.e8707https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21118617[]
  6. https://www.mdpi.com/1422-0067/16/6/12871/pdf []
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20329590 https://www.karger.com/Article/FullText/235706[]
  8. https://www.mdpi.com/2072-6643/8/3/128 [][]

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