Ölsäure

Ölsäure zählt zu den wichtigsten Fettsäuren und gehört zur Klasse der Omega-9 Fettsäuren. Beispielsweise bestehen Olivenöl und Erdnussöl hauptsächlich aus Ölsäure. Allerdings findet sich Ölsäure, zumindest in kleineren Mengen, in nahezu allen Speisefetten und -ölen.

Da bezüglich vieler Speiseöle keine aussagekräftigen Studien existieren, muss häufig ihre ernährungsphysiologische Bedeutung anhand ihrer Inhaltsstoffe bewertet werden. Aus diesem Grund wird im folgenden die Wirkung von Ölsäure auf den menschlichen Körper bei inneren und äußeren Anwendungen diskutiert.

Ist Ölsäure gesund?

Ernährungsphysiologische Bedeutung von Ölsäure (Globale Anwendungen)

In mehreren Studien konnten Hinweise auf eine entzündungshemmende Wirkung von Ölsäure und vereinzelt auch ein positiver Effekt auf Gene die in Verbindung mit Krebs gebracht werden, festgestellt werden.1 Ebenfalls konnte in einer Studie nachgewiesen werden, dass Ölsäure einen positiven Einfluss auf den Cholesterin und Insulinspiegel hat.2

Außerdem wird vermutet, dass Ölsäure hauptsächlich für die blutdrucksenkenden Wirkung von Olivenöl verantwortlich ist.3

Desweiteren ist bekannt, dass Ölsäure, als einfach ungesättigte Fettsäure, deutlich resistenter gegenüber Hitze als mehrfach ungesättigte Fettsäure wie beispielsweise Linolsäure. Aus diesem Grund sind Öle wie Olivenöl oder Avocadoöl, die größtenteils aus Ölsäure bestehen, ideal zum Kochen und Braten geeignet.

Allerdings ist Ölsäure im Gegensatz zu Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren nicht essentiell, kann also vom menschlichen Körper selbst produziert werden und muss deswegen nicht zwangsläufig über die Nahrung aufgenommen werden.

Fazit

Nach aktueller Datenlage ist nicht davon auszugehen, dass Ölsäure gesundheitsschädlich ist solange sie nicht übermäßig erhitzt wird. Außerdem gibt es vereinzelte Hinweise auf eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Dermatologische Bedeutung von Ölsäure (Lokale Anwendungen)

In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass Ölsäure die menschliche Hautschicht aktiv schädigt hat.4 Einerseits kann dies genutzt werden um ein besseres Eindringen anderer Komponenten zu erreichen. Andererseits kann aber insbesondere die regelmäßige lokale Anwendung von Ölsäure die äußere Hautschicht stark beschädigen und zu Hauterkrankungen (Dermatitis) führen.5

Allerdings konnte auch nachgewiesen werden, dass Ölsäure die Wundheilung bei Schnittwunden lokal beschleunigen kann, sogar deutlich besser als andere Fettsäuren.6

Fazit:

Ölsäure hat nützliche dermatologische Eigenschaften. Allerdings ist inbesondere von längerfristigen Anwendungen abzusehen.

Hintergrundwissen

Ölsäure besteht aus einer 18-teiligen Kohlenstoffkette, bei der fast alle Kohlenstoffatome mit Wasserstoff gesättigt sind. Nur zwei benachbarte Kohlenstoffatome sind nicht vollständig gesättigt und deswegen durch eine Doppelbindung verbunden. Aufgrund der Lage dieser Doppelbindung an neunter Stelle, vom sogenannten Omega-Ende aus gesehen, zählt Ölsäure zu den Omega-9 Fettsäuren. Außerdem, da nur eine Doppelbindung existiert, wird Ölsäure als einfach ungesättigte Fettsäure klassifiziert.

Ölsäure besitzt seinen Schmelzpunkt bei 17°C und seinen Siedepunkt bei 360 °C.7 Aus diesem Grund sind Speiseöle die hauptsächlich aus Ölsäure bestehen, wie beispielsweise Olivenöl, bei Raumtemperatur flüssig.

Referenzen:
  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16484595 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17545695 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17168666 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15642702 []
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12514271 []
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18772370/ []
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24372651 https://www.jstage.jst.go.jp/article/bpb/26/1/26_1_66/_article []
  5. https://www.jstage.jst.go.jp/article/bpb/26/1/26_1_66/_article []
  6. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1067-1927.2004.012216.x []
  7. http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll/gestis_de/020600.xml?f=templates$fn=default.htm$3.0 []