Macadamiaöl

Macadamiaöl

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Macadamiaöl, in Fachkreisen auch als Oleum Macadamiae bekannt, lässt sich aus den reifen Nüssen des Macadamiabaums gewinnen. Der Macadamiabaum (Macadamia ternifolia) ist in Australien beheimatet, fühlt sich im Allgemeinen in feuchtem, subtropischem Klima wohl. Das Öl ist braun bis blassgelb und riecht nussig mild. Das Besondere am Macadamiaöl ist der hohe Gehalt an Palmitoleinsäure, einer einfach ungesättigten Fettsäure, die als gut hautverträglich beschrieben wird.

Im Öl finden sich nicht nur die hautverträgliche Palmitoleinsäure, sondern auch noch andere wertvolle Fettsäuren wie Ölsäure, Palmitinsäure und Linolsäure, daneben auch Sterole und Tocopherol, also Vitamin E. Die im Öl vorhandenen Fettsäuren wirken pflegend und versorgen die Haut mit Nährstoffen. Die pflanzlichen Sterole sind den hauteigenen Sterolen ähnlich und können schützend und rekonstruierend auf unsere Hautschichten wirken. Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin und gilt als natürliches Antioxidans, wirkt als Radikalfänger und hat zellschützende Eigenschaften. Diese Zusammensetzung lässt vermuten, dass sich das Öl positiv auf die Hautpflege auswirkt, da es zum Beispiel bei der Aufrechterhaltung des Lipidmantels der Haut unterstützend wirkt.

In der Pharmazie und Medizin ist Macadamiaöl aufgrund seines hohen Palmitoleinsäuregehalts interessant. Es wurde der positive Effekt von Macadamiaöl auf die Entwicklung der Cholesterin-Werte im Blut untersucht bzw. diskutiert. Eindeutig belegt ist dieser Effekt aber (noch) nicht, da bisher nur eine Einzelstudie diesen Effekt betrachtet hat.

Hintergrundwissen

In feuchten, subtropischen Klima ist der frostempfindliche Makadamiabaum zu finden, ein perfektes Klima, indem die Macadamianuss reifen kann. Ursprünglich kommt der Macadamiabaum aus dem Osten Australiens. 1857 entdeckte der Wissenschaftler Dr. John McAdam den Baum und benannte ihn. Einige Jahre später wurden Samen und Nüsse nach Hawaii geliefert, dort wächst und gedeiht der Baum bis heute. Nach wie vor liegen die Hauptanbaugebiete heutzutage in Australien und Hawaii, wo sich im Laufe der Zeit eigene Industriezweige entwickelt haben. Aber auch in Südafrika, Neuseeland, Kenia, Costa Rica und Guatemala wird der Macadamiabaum angebaut und das Macadamiaöl gewonnen.

Der Macadamiabaum ist ein immergrüner Laubbaum und kann bis zu 15 Meter hoch und über 50 Jahre alt werden. Die Blüten sind einfach gebaut, eher klein und treten zu auffälligen ornamentalen Blütenständen zusammen. Eine bis mehrere Samenanlagen kann in einem Fruchtblatt enthalten sein. Bestäubt werden die Blüten hauptsächlich durch Insekten. Macadamia ternifolia gehört zur Pflanzenfamilie der Silberbaumgewächse (Protaceaen), hier wurde erstmals nachgewiesen, dass die Bestäubung auch durch nicht-fliegende Säuger stattfinden kann. Nicht-fliegende Säugetiere, die die Macadamiablüte bestäuben können sind zum Beispiel Beuteltiere. Die Macadamianuss ist botanisch gesehen eine Steinfrucht, mit einem Durchmesser von 2-3 cm der ausgereiften Frucht. Charakteristisch ist die harte braune Schale von der sie umgeben ist. Diese wiederum ist von einer weiteren dicken Schicht, einer grünen Schutzschicht umgeben. Erst nach 5 Jahren tragen die Bäume Früchte, nach ca. 10 Jahren ist die maximale Tragekraft erreicht und besonders viele Nüsse können geerntet werden.

Sobald die Nuss reif ist, fällt sie vom Baum und wird von dort per Hand oder mittlerweile auch maschinell gesammelt. Zunächst werden die Nüsse für einige Monate in gut gelüfteten Räumen gelagert. Im Anschluss wird die harte Schale der Nuss maschinell geknackt und die Nüsse werden für einige Monate getrocknet, damit sich der Wassergehalt verringert. Im nächsten Schritt werden sie gekocht oder geröstet, bevor sie zum Endprodukt weiterverarbeitet werden. Endprodukte sind vor allem die verarbeiteten Macadamianüsse und das Macadamiaöl. Frische Nüsse werden im Handel nicht angeboten. Das durch Kaltpressung oder durch Extraktion und anschließender Raffination gewonnene Öl wird zum größten Teil von der Kosmetikindustrie (aber auch von der Nahrungsmittelindustrie) vertrieben.