Erdnussöl

Erdnussöl

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Erdnussöl ist ein beliebtes Frittier- und Bratöl, da es als hitzestabil gilt und Speisen eine interessante Textur sowie einen nussigen Geschmack verleiht. Außerdem enthält Erdnussöl eine beträchtliche Menge an Vitamin E. Bereits ein Teelöffel Erdnussöl enthält 11% der erforderlichen Tagesdosis.1 Dieser Umstand wird von Unternehmen gerne zu Marketingzwecken verwendet wird, da Vitamin E als Antioxidant mit einer Vielzahl gesundheitsfördernder Effekte in Verbindung gebracht wird.2

Allerdings muss um die Frage ob Erdnussöl gesund ist zu beantworten, insbesondere das Fettsäureprofil mitberücksichtigt werden.

Erdnussöl besteht rund zur Hälfte aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Außerdem machen rund 30% des Gesamtananteils mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus und nur rund 5% der Fettsäuren sind gesättigt.

In einer detaillierten Analyse wird deutlich, dass Erdnussöl hauptsächlich aus Ölsäure und Linolsäure besteht.

Dies ist problematisch da Linolsäure beim Erhitzen leicht aufbrechen und so toxische Stoffe freisetzen kann.3

Aus diesem Grund sollte Erdnussöl, trotz seines hohen Rauchpunktes, (wenn überhaupt) nur vorsichtig beim Kochen und Braten verwendet werden. Wiederum anders ist Erdnussöl zu bewerten wenn es nicht zum Kochen, sondern in dermatologischen Anwendungen verwendet wird.

Im folgenden sollen diese Aspekte genauer diskutiert werden.

Ernährungsphysiologische Bedeutung von Erdnussöl

Leider existieren bisher kaum zuverlässige Studien über die Auswirkung des Konsums von Erdnussöl auf den menschlichen Körper.

Beispielsweise konnte in einer der wenigen wissenschaftlichen Studien, in der explizit die Auswirkungen von Erdnussöl untersucht wurden, Hinweise auf eine Reduktion des Blutzuckerspiegels festgestellt werden. 4 Allerdings wurde dieser Effekt bislang nur in Mäusen beobachtet.

Aufgrund dieser begrenzten Datenlage ist es notwendig, die ernährungsphysiologische Bedeutung von Erdnussöl allein aufgrund seiner Inhaltsstoffe zu bewerten.

Ölsäure

Ölsäure zählt zu den gesündesten Fettsäuren und wird mit einer Vielzahl gesundheitsfördernder Effekte in Verbindung gebracht.5

Linolsäure

Wie bereits oben erwähnt, is der hohe Anteil an Linolsäure in Erdnussöl problematisch, da diese besonders anfällig toxische Stoffe zu bilden.

Außerdem zählt Linolsäure zu den Omega-6 Fettsäuren, sodass es durch den Konsum von Erdnussöl leicht zu einem Ungleichgewicht zwischen Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren kommen kann. Ein erhöhter Omega-6 Konsum wird insbesondere mit Herzerkrankungen, Fettleibigkeit, Krebs und weiteren Entzündungskrankheiten in Verbindung gebracht.6

Besonder problematisch ist die Verwendung von raffiniertem Erdnussöl, da bereits durch den Raffinationsprozess giftige Stoffe zum Bestandteil des Öls werden können.

Palmitinsäure

Entgegen der landläufigen Meinung gibt es nach aktueller Datenlage keine Verbindung zwischen gesättigten Fettsäuren wie Palmitinsäure und Herzkrankheiten.7

Vitamin E

Vitamin E erfüllt eine Vielzahl wichtiger Funktionen im menschlichen Körper. Die wohl wichtigste ist als Antioxidant die Körper vor freien Radikalen zu schützen. Außerdem unterstützt Vitamin E das Immunsystem und ist für die Blutbildung essentiell.

Aus diesen Gründen wird der Konsum von Vitamin E mit einem reduzierten Risiko für Herzerkrankungen, Krebs und neurologischer Erkrankungen in Verbindung gebracht.8 Außerdem konnte in einer Studie mit insgesamt 15.021 Teilnehmer ein direkter Zusammenhang zwischen der konsumierten Menge an Vitamin E und Augenerkrankungen nachgewiesen werden.9

Fazit

Bis das Gegenteil in wissenschaftlichen Studien mit menschlichen Probanden nachgewiesen werden kann, sollte Erdnussöl nicht als gesundes Öl eingestuft werden. Dies ist der Fall obwohl Erdnussöl eine Vielzahl gesundheitsfördernder Stoffe in signifikanten Mengen, wie beispielsweise Ölsäure oder auch Vitamin E enthält. Allerdings überwiegt das Risiko negativer Effekte, vor allem durch den hohen Anteil an Linolsäure. Linolsäure stellt ein Risiko dar, da Linolsäure als mehrfach ungesättigte Fettsäure oxidationsanfällig ist und so toxische Stoffe im Öl entstehen können. Außerdem besteht ein hohes Risiko, dass deutlich durch den Konsum von Erdnussöl ein Omega-3 / Omega-6 Ungleichgewicht entsteht, was eine Reihe negativer Effekte auslösen kann.

Dermatologische Bedeutung von Erdnussöl

Bezüglich äußerer („topischer“) Anwendungen von Erdnussöl ist die Datenlage deutlich besser. Beispielsweise konnte in einer Studie klar nachgewiesen werden, dass Erdnussöl einen feuchtigkeitsspendenden Effekt auf die menschliche Haut hat.10

Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass Erdnussöl die menschliche Haut vor UV-Strahlung schützt11, und es gibt erste Hinweise, das Erdnussöl einen Beitrag bei der Vorbeugung spezieller Krebsformen liefern kann.12

Zusätzlich konnte nachgewiesen werden, dass selbst Personen die empfindlich auf Erdnüsse reagieren, in der Regel keine negativen Effekte bei äußeren Anwendungen von Erdnussöl befürchten müssen.13

Fazit:

Erdnussöl ist aufgrund seiner Vielfältigen positiven Effekte auf die menschliche Haut hervorragend zur Verwendung in dermatologischen Anwendungen geeignet.


LEGENDE:

  • > 50: positiver Effekt
  • 0: kein Effekt
  • <50 negativer Effekt

Ist kein Punkt gezeichnet, liegen aktuell noch nicht genug Daten vor.

QUELLE:

Anti-Inflammatory and Skin Barrier Repair Effects of Topical Application of Some Plant Oils by Lin T.K., Zhong L., Santiago J.L.


Referenzen:
  1. https://nutritiondata.self.com/facts/fats-and-oils/506/2[]
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3614697/ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3997530/[]
  3. http://uu.diva-portal.org/smash/get/diva2:160811/FULLTEXT01.pdf []
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2706835/ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1942175/[]
  5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16484595 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17545695[]
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4808858/ https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0753332202002536?via%3Dihub https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3335257/ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12588084 https://academic.oup.com/jnci/article-lookup/doi/10.1093/jnci/djk094[]
  7. https://annals.org/aim/article-abstract/1846638/association-dietary-circulating-supplement-fatty-acids-coronary-risk-systematic-review[]
  8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3997530/ https://ods.od.nih.gov/factsheets/VitaminE-HealthProfessional/ []
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25591715 []
  10. https://www.karger.com/Article/Abstract/72931 []
  11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3263051/ []
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1905167[]
  13. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/j.1468-3083.2006.02133.x https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11534917[]